Lisette Spinnler New Quintet
Marilyn Mazur Quartet «Celestial Circle»

«The Women's Power»20 UHR | Volkshaus Basel18.45 + 22.30 UHR | Monoglot – Eintritt freiCHF 70.— | 53.— | 35.—FESTIVAL26 | Apr | 2014TICKETS
Lisette
Lisette
Marilyn
Marilyn
Klangbeispiel

Lisette Spinnler New Quintet:
Lisette Spinnler (vocals)
Adrian Mears (tb)
Jorge Rossy (piano)
Bänz Oester (bass)
Gregor Hilbe (drums)

Ob mit oder ohne Worte, im melodiösen Song oder lautmalerisch, Kind, Tier oder Trompete imitierend, lallend, trällernd, einlullend, ächzend, stöhnend, sanft, wehmütig, ausgelassen, frivol, herausfordernd, fröhlich verspielt, augenzwinkernd – ihre Ausdrucksmöglichkeiten scheinen unendlich. Doch mit ihrem Instrument, der menschlichen, der weiblichen Stimme, mit ihrer ganzen Performance ist Lisette Spinnler stets Part of the game. Integriert ins Kollektiv, wählt sie aus dem Moment heraus und ihrer Palette an Farben, Nuancen, Schichten von hellem Pastell bis dunklem Pastos, spielt gleichermassen logisch wie intuitiv auf der Klaviatur ihrer immensen Modellier- und Modulationsfähigkeiten.

Von Offbeat eingeladen präsentiert Lisette ein neues Projekt. Mit ins Boot geholt hat sie vier phänomenale Musiker und, versteht sich, Meister der Jazz-Improvisation: 

Den Schlagzeuger Gregor Hilbe (*1968) kennt man von seiner Zusammenarbeit mit dem Stimmvirtuosen Christian Zehnder oder dem Exorbitanten Kabinett Kaspar Ewalds. Zu seinem Horizont gehören brasilianische und südkoreanische Musik ebenso wie der Tango Nuevo, Berklee, das Vienna Art Orchestra (VAO) oder das Pariser Ircam. Er arbeitete mit Sängerinnen wie Sheila Jordan oder Urszula Dudziak.

Zu den Erfahrungen des 1969 in Australien geborenen Posaunisten Adrian Mears zählen eigene Projekte wie Ugetsu oder New Orleans Hardbop und seine Arbeit im VAO, mit den Kurmann-Strings, Dusko Goykovich, Carla Bley, Steve Swallow, McCoy Tyners Big Band, Klaus Doldinger oder Paquito D’Rivera. Seinen «Totentanz von Bern» für Chor, Kammerorchester und Jazzensemble hat er im November im Bird’s Eye als Jazzversion vorgestellt.

Unter den vielen Top-Bassisten der Schweiz ist der 48-jährige Bänz Oester einer der international gefragtesten. Herausragend seine Trios mit Feigenwinter/Pfammatter, Wintsch/Hemingway und Braff/Rohrer, selbstredend seine Kooperationen mit Dewey Redman, Joe Lovano, Michael Brecker, Ray Anderson, Arthur Blythe, Michel Godard, Wolfgang Muthspiel, Sylvie Courvoisier, Andy Scherrer, Matthieu Michel, Erik Truffaz, Paolo Fresu oder Pierre Favre.

Der 1964 in Barcelona geborene Jorge Rossy wurde als Drummer bekannt, durch seine zehnjährige Arbeit in Brad Mehldaus Trio, aber auch als Sideman von Lee Konitz, Charlie Haden, Carla Bley, Joe Lovano, Seamus Blake, Chick Corea oder Wayne Shorter. Seit 2000 hat sich Rossy auch dem Klavier verschrieben. Sein ausgesprochen lyrisches Spiel setzt er hier als pianistischen Eckpfeiler der Rhythmusgruppe wunderbar und markant in Szene.

Steff Rohrbach


John Taylor (piano)Anders Jormin (bass)Josefine Cronholm (vocals)Marilyn Mazur (drums, perc., electronics)


Wenn es eine Musikerin im Jazz gibt, die vorbildhaft und stellvertretend für die besondere Rolle der Frau im Musikbusiness steht, dann ist dies Marilyn Mazur. 1955 in New York geboren, in Dänemark aufgewachsen, war Mazur in den 70er-Jahren als Tänzerin, Geigerin und Pianistin tätig. In den 80er-Jahren wurde sie schlagartig weltweit bekannt, als sie als Percussionistin mit den Jazzgrössen Charlie Mariano, Palle Mikkelborg, John Tchicai, Gil Evans und Miles Davis zusammenarbeitete. Parallel dazu gründete sie zusammen mit Irène Schweizer die revolutionäre «Feminist Improvising Group», die für viel Aufregung sorgte und europaweit Erfolg hatte. Weitere Stationen der sagenhaften Karriere der wirbligen Mazour waren Jeanne Lee, Wayne Shorter, Nils Petter Molvaer, Mathias Ruegg, Eberhard Weber und dann v.a. Jan Garbarek. Mazur war immer auch eine Performance-Künstlerin, was man bei ihren Live-Auftritten besonders eindrücklich mitbekommt. Unter dem Motto «alles klingt, alles dient der Perkussion» agiert sie ähnlich wie etwa Pierre Favre und erfindet ständig neue Klangbilder und zaubert Sound-Collagen auf die Bühne. Ihre Band «Celestial Circle» vereint drei weitere Jazzgrössen des europäischen Jazz, den Pianisten John Taylor aus London (Azimuth-Gründer), den skandinavischen Bassisten Anders Jormin (Bobo Stenson Trio) und die schwedische Sängerin Josefine Cronholm, die bei act CDs unter eigenen Namen veröffentlicht hat. «Celestial Circle» wurde 2008 am Festival in Molde gegründet. Mazur über ihr Projekt: «Ich wollte Musik schaffen mit Luft, Transparenz und Spiritualität; meine Absicht war es, Musik zu malen.»

 

CD-Tipps:

Marilyn Mazur – Celestial Circle – ECM, 2011

Josefine Cronholm – Song of the Falling Feather, act 2012

John Taylor solo – Angel of the Presence, CAM JAZZ, 2007


Monoglot

Fabian Willmann (ts/ss)

Sebastian Von Keler (ts/ss)

Kristinn Smári Kristinsson (g)

Samuel Sole (eb)

Luca Glausen (dr)


Monoglot wird von dem in Basel studierenden isländischen Gitarristen und Komponisten Kristinn Kristinsson geleitet. Das Quintett hat einen durchweg modernen Sound entwickelt, den Eindruck einer außergewöhnlichen Reise, die von der Vielfältigkeit der musikalischen Einflüsse geprägt ist. Diese reichen dabei von skandinavischer Melancholie, klassischer Polyphonie bis zum Alternative-Rock. Auch wenn ein klarer Fokus auf den Kompositionen und dem Zusammenspiel des Ensembles liegt, bleibt dennoch genug Raum für die einzelnen Spieler, sich individuell kreativ zu entfalten.



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