Hans Feigenwinter / Domenic Landolf Trio
Michael Wollny & Marius Neset Duets

Wunderkinder des Jazz20 UHR | Stadtcasino Basel | Festsaal59.— | 44.— | 29.—FESTIVAL05 | Mai | 2014TICKETS
Hans Feigenwinter
Wollny Michael
Domenic Landolf
Marius Neset

Andreas Tschopp (Posaune)Domenic Landolf (Tenor- und Sopransaxofon)

Hans Feigenwinter (Klavier)

Kompositionen von Hans Feigenwinter

 

Für die Existenz dieses Trios gibt es zwei Gründe: zum einen reizte es mich schon lange, als Pianist in einem Ensemble vorrangig als Begleiter zu agieren, und zwar radikaler, als es im Jazz üblich ist, wo das Klavier diese Rolle gewöhnlich mit Bass und Schlagzeug teilt; hier sollte es sie alleine übernehmen. Zum andern kenne ich die zwei fantastischen Musiker Domenic Landolf und Andreas Tschopp seit Jahren. Ich stellte mir vor, dass ihre Spielweise sehr gut zueinander passen würde. Wie gut Tschopp und Landolf allerdings miteinander harmonieren, wie kongenial sie als Improvisatoren einander ergänzen, überraschte mich schon in den ersten Proben. Damit war die ungewöhnliche Besetzung unseres Trios besiegelt.

So paradox es klingen mag: ein Instrument, das die Musik dieses Trios besonders stark beeinflusst hat, ist das Schlagzeug: die Leichtigkeit, mit der Drummer ihre Figuren überlagern, und dabei stets den Fluss im Ohr behalten, ist mir einerseits Vorbild für die Texturen, die ich als Begleiter für Landolf und Tschopp spiele, aber auch für den gesamten Gruppenklang, wo jede Melodiestimme gleichzeitig auch Teil des rhythmischen Geflechts ist. So lösen sich anfänglich klar zugeordnete Rollen im Gesamten auf. Instrumentalsongs, welche den grössten Teil meiner bisherigen Arbeit ausmachen, bestimmen auch hier das Repertoire. Die Stücke, die ich für diese Besetzung der kraftvollen dunklen Klänge auswählte, verwenden wir für Kollektivimprovisationen genauso häufig wie für Soli der einzelnen Spieler. Die teils stark von Beats geprägten Texturen erhalten Kontrast durch völlig frei schwebende Erkundungen. Im vergangenen Jahr nahmen wir die Musik von ZINC im Volkshaus Basel mit Daniel Dettwiler auf. Sie erscheint diesen Frühling auf UNIT Records.

Hans Feigenwinter

Michael WollnyMarius Neset


Der deutsche Pianist Michael Wollny ist ein in Basel oft und gerne gesehener Jazzmusiker. Zuletzt war er im Winter 2013 in der Martinskirche im Duo mit dem Saxophonisten Heinz Sauer zu sehen, zuvor im wagemutigen Pianisten-Trio mit Iiro Rantala und Gwilim Simcock, das sich zum zwanzigjährigen Geburtstag des deutschen Jazzlabels ACT auf Tournee begab, sowie im Duo mit dem legendären Pianisten Joachim Kühn. Natürlich war er auch schon in seinem Standard Trio em, mit der Bassistin Eva Kruse und dem Drummer Eric Schaefer, zu sehen. 

Im fünften Auftritt in Basel misst sich Wollny mit dem norwegischen Tenorsaxophonisten Marius Neset, mit dem er schon verschiedene Auftritte im Jahr 2013 hatte, darunter am Baltica Jazz Festival. Dieser Shooting Star der an Talenten reichen Jazzszene Norwegens hat seine erste Oper geschrieben, versteht sich also wie Wollny auch in kompositorischen Projekten mit grossen Bögen. Seine Spielweise ist auch schon in die Linie eines Randy Brecker gestellt worden.

Wollnys Bandbreite reicht von düsteren Pop-Szenarien über knisternde Filmatmosphären – etwa nach Kubricks «Shining» – bis zu Anleihen bei klassischen Komponisten wie Jean Sibelius. Sein Spiel ist stets in einer Balance zwischen unvorhersehbarer Virtuosität und überraschenden Klangbildern. Auf den kreativen Austausch zwischen diesen beiden aufstrebenden Jazzmusikern darf man gespannt sein.

Michael Wollny zählt bekanntlich zu den Aushängeschildern des Labels ACT, zu dem nun auch Neset gestossen ist. Rechtzeitig zum Basler Jazzfestival erscheint die CD «Marius Neset & Trondheim Jazz Orchestra».

Ruedi Ankli



Neset-Konzert in der 
Kölner Philharmonie

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